Der Titel spricht unter anderem von "übergreifenden Systemen", einem "systemischen Übergreifen". Ausgangspunkte sind Gedanken und Bilder über Kunst, Bauen, Städtebau, deren Lehre, Training und Vermittlung.

Die Ausstellung richtet sich an Betrachter, welche die Wahrnehmung von Stadt aktiv in ihre Handlungsweisen einbeziehen.

"transgressing systems" ist formal und visuell in der Ausstellung durch horizontale und vertikale Zirkulationskreise umgesetzt.

Im Stiegenhaus baut sich die Bewegung mit Franz Wassermanns Video "Jeder hat ein Recht auf eine Pause und I", dem Kupferstich über das Erdbeben von Lissabon, den Graphitarbeiten des Kaliforniers Shane Hassett, der anonymen Graphik vom Erdball mit Vulkanen aus dem 18. Jahrhundert, dem Video der Sprengung der ehemaligen Sprungschanze am Bergisel von Franz Schuster auf. Die Atmosphäre baut sich über die Hell/Dunkel-, Schwarz/Weiß-Strukturen auf. Die Dimensionen steigen von individuellen Erschütterungen über häusliche Verhältnisse, städtebauliche Situationen über zur planetarischen Dimension.

Die Ausstellung spürt den Paradigmen eines auf die Zukunft ausgerichteten Bauens nach, das unsere derzeitigen Erfahrungen in die sich verändernde Entwurfspraxis in der Architektur, Bildenden Kunst und den Gesellschaftswissenschaften hineinnimmt. Konzepte und Beispiele dafür werden anschaulich zu einander in Bezug gesetzt. Dies geschieht im Hinblick auf die feststellbaren Erschütterungen in der gegenwärtigen Massengesellschaft.

Die Fragen der Identität Europas und der zukunftsorientierten Handlungsfähigkeit seiner Bewohner als Rahmenbedingung für eine Entwicklung in Tirol sind ebenfallsAnforderungen des künftigen "Bauens" im weiteren Sinne. Die Darstellung entfaltet sich über künstlerische Medien - Zeichnungen, Planskizzen, Fotografien, Video, Film, Installationen - , aber auch über Vorträge und Workshops für die interessierte Öffentlichkeit.

Die Ausstellung entwickelt konstruktive Ausblicke auf die aktuell gegebene Ausgangslage.

Die Ebene, welche die kritische Dimension untersucht, wird hier als Generalbass bezeichnet. Sie analysiert die fortgesetzt angebotene Nostalgie der Retro-Formen und Simulacren. Um die Felder der Analyse heutiger Rahmenbedingungen und Einflüsse auf die Architektur und bildende Kunst aufzuspannen, wird in dem Projekt veranschaulicht, warum Versicherungsdenken heute als unerlässlich betrachtet wird, die Fragmentierung der Lebensbereiche weiter betrieben wird und wie sich die scheinbar allzeitige Verfügbarkeit und Bewertbarkeit auswirken.